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Das Massaker von Baugnez

Spuren der blutigen Vergangenheit finden sich in den Schützengräben Flanderns, aber auch in den Städten der Ardennen wie Malmedy und Stavelot, die 1944 in die sogenannte Rundstedt-Offensive einbezogen waren. In Stavelot erinnert unweit des Hauses der "Blancs Moussis" ein einfaches Holzkreuz an ein Massaker im September 1944, das Deutsche an 138 Bürgern der Stadt begangen hatten. Namen gegen das Vergessen sind André Dubois, Marcel Tombeaux, Nicolas und Maria Wilken, Gabrielle Lemaire ...

Am Ortseingang von Baugnez, einem kleinen Ort südlich von Malmedy, stößt man auf eine gepflegte Grünanlage mit kurz geschnittenem Rasen. Eine in einem leichten Bogen gelegte Mauer begrenzt diese Anlage. Beim Nähertreten werden auf dieser Mauer Namen sichtbar: A.Kinsman, E.O'Grady, H.Desch, P.Carr, Ch.Haines, D.Bloom, J.Klukavy, H.Laufer, J.Brozowski, W.Scott, R. Snyder ... Sie sind hier am 17. Dezember 1944 während eines der grausamsten Massaker an Kriegsgefangenen auf belgischem Boden niedergemetzelt worden.

Das Mahnmal ist ein stummes Zeugnis dieses Kriegsverbrechens: Mitglieder eines amerikanischen Militärkonvois, der sich auf dem Weg nach St.Vith befand, gerieten auf dieser Fahrt in einen deutschen Hinterhalt. Vergebens war ihr Versuch, sich in den Gräben entlang der Straße in Sicherheit zu bringen. Dichte Maschinengewehrsalven und anrollende deutsche Panzer zwangen die Amerikaner zur Aufgabe. Die deutschen Soldaten durchsuchten die sich ergebenden Soldaten. Brieftaschen, Uhren, Handschuhe, Ringe sowie Zigaretten wurden den Gefangenen abgenommen. Anschließend mussten sie auf der Straße Aufstellung nehmen. Vor und hinter den Reihen der Gefangenen ging je ein Panzer mit schussbereitem Maschinengewehr in Stellung. Der befehlshabende Offizier, der in einem Wagen heranfuhr, zog seinen Revolver und zielte auf einen Major, der als Arzt zu einer Sanitätseinheit gehörte.

Nachdem dieser durch den Schuss tödlich getroffen worden war, wurde durch den gleichen deutschen Offizier ein weiterer Kriegsgefangener getötet. Dies war für die deutschen Maschinengewehrschützen das Signal, das Feuer auf die übrigen Gefangenen zu eröffnen. Nach den ersten Maschinengewehrgarben bewegten sich die Panzer links und rechts an den aufgestellten Kriegsgefangenen vorbei. Die entwaffneten amerikanischen Soldaten wurden unter Dauerfeuer genommen. Tödlich getroffen fielen sie übereinander in den Schnee. Eine Nachhut kontrollierte, ob auch jeder Gefangene tot war. Wer sich unter den Stiefeltritten bewegte, wurde durch einen gezielten Kopfschuss hingerichtet.

Doch: Fünfzehn Amerikaner überlebten das Blutbad. Sie versuchten dem Massaker zu entfliehen und versteckten sich in einem Bauernhaus. Dies erwies sich als fatal, denn die Deutschen setzten das Haus in Flammen. Zwölf Amerikaner verbrannten bei lebendigem Leibe. Mehr als hundert Mann, die zum Konvoi der amerikanischen "B-Battery" gehört hatten, blieben so für immer auf belgischem Boden.

Baugnez44 Historical Center nennt sich ein Museum, das sich mit den letzten Kriegsjahren im Osten Belgiens und mit dem oben beschriebenen Massaker beschäftigt. In szenischen Inszenierungen wird dabei noch einmal ein dunkles Kapitel aus dem Zweiten Weltkrieg ins Bewusstsein der Öffentlichkeit gerückt.

Weitere Informationen

Baugnez44 Historical Center
Route de Luxembourg 10
4960 Malmedy
Tel. +32 80 44 04 82
http://www.baugnez44.be (auch in Deutsch!!)



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