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Fachwerkschmuck und sächsische Rebstöcke
Vom »Blauen Wunder« nach Altwachwitz

Über das »Blaue Wunder« gelangt man nach Loschwitz, das noch zum Teil seinen dörflichen Charakter erhalten hat. Von dort aus überwindet die Schwebebahn die Höhe des Elbhangs. Von der Bergstation aus kann dann der Königliche Weinberg mit seinen baulichen Relikten des 19. Jahrhunderts erkundet werden. Dabei lohnt sich ein Verweilen im Wachwitzer Höhenpark mit den im Mai in Rot, Rosa, Gelb und Weiß blühenden Rhododendren. Weiter geht es am Rande von Weinbergen entlang sowie an Villen und Fachwerkhäuser vorbei hinab nach Altwachwitz und zur Elbe.

Reiseführer Dresden - Loschwitz - Blaues Wunder
Das „Blaue Wunder“ – diese Brücke ist in aller Munde

Das »Blaue Wunder« ist als Dresdner Wahrzeichen wahrscheinlich ebenso bekannt wie die Frauenkirche. Dieses technische Baudenkmal mit seinem charakteristischen blauen Anstrich ist eine Hängebrücke, die zu Beginn des letzten Jahrzehnts des 19. Jahrhunderts errichtet wurde. Zunächst diente die 260 Meter lange Brücke nur dem motorisierten Verkehr. Erst 1935 wurden die seitlichen Gehbahnen angehängt. Zukünftig soll die Brücke nachts angestrahlt werden.

Zu den technischen Baudenkmälern, die Loschwitz zu bieten hat, gehören neben dem »Blauen Wunder« die Standseil- und die Schwebebahn, Ende des 19. Jhs. als älteste Schwebeseilbahn der Welt erbaut. Wenige Jahre nach dem Brückenschlag über die Elbe erschlossen beide Bahnen den Elbhang. Zum einen erreichte man mit ihnen bequem vom Körnerplatz bzw. Pillnitzer Landstraße aus das Ausflugsrestaurant Luisenhof und zum anderen Oberloschwitz. Noch heute werden diese beiden historischen Bahnen von Besuchern gerne genutzt, um von der Höhe aus einen Blick auf das Elbtal zu werfen. Dabei ist den meisten gleichgültig, ob dieses breite Tal mit seinen sattgrünen Uferwiesen und Weinbergen nun mit dem Titel UNESCO-Weltkulturerbe geadelt ist oder nicht.

Reiseführer Dresden - Loschwitz - Bergstation Schwebebahn
274 Meter über der Elbe: Die Bergstation der Schwebebahn

Bereits im 14. Jahrhundert wurde Loschwitz urkundlich erwähnt. Kein Geringerer als Friedrich Schiller war hier häufiger Gast bei der Familie Körner. Nicht weit vom Körnerplatz entfernt schrieb dieser deutsche Dichter 1785 bis 1787 an »Don Charlos«. Auch Ludwig Richter, der durch seine Märchenillustrationen bekannt wurde, verbrachte die Sommer in Loschwitz. Gleiches gilt für den Vater von Clara Schumann, den Musiker Friedrich Wieck.

Reiseführer Dresden - Loschwitz - Friedrich-Wieck-Straße
Dörfliches Ambiente in der Friedrich-Wieck-Straße

An das dörfliche Loschwitz erinnern bis heute die Fachwerkhäuser links und rechts der Friedrich-Wieck-Straße, die in einem Bogen zur Elbe führt. Beim Spaziergang durch die nach dem Klavier- und Musikpädagogen Friedrich Wieck (1785 – 1873) benannte Straße steht der Besucher einem Rundbau gegenüber, der im Volksmund Senfbüchse genannt wird. Es ist ein tempelähnliches Denkmal in Erinnerung an Dominik Josef Hermann, der – so die Inschrift – am 24. Februar 1799 unter eigener Lebensgefahr zwei Schiffer aus dem schweren Eisgang der Elbe rettete. Noch ein weiteres Denkmal hat im alten Kern von Loschwitz seinen Platz, eine im Jahr 2006 errichtete steinerne aufsteigende Welle. Kein Wunder, dass ein solches Denkmal auf dem Dorfplatz zu finden ist, haben doch immer wieder verheerende Hochwasser für Überschwemmungen gesorgt, jüngst 2002, als ein Pegelstand von 9,39 Meter erreicht wurde.

Reiseführer Dresden - Loschwitz - Kirche Loschwitz
Ursprünglich Anfang des 18. Jahrhunderts erbaut:
Die evangelische Pfarrkirche von Loschwitz
(Wiederraufbau 1991-94)

In den kleinen Fachwerkhäuschen links und rechts der Friedrich-Wieck-Straße und am Körnerplatz haben sich eine Kunststube, eine Keramikerin und eine Kunsthandlung niedergelassen. Die Galerie Hieronymus präsentiert Plastiken von Lothar Beck und Sonja sowie Malerei von Bernd Hahn und Peter Graf, außerdem auch Editionen und Mappenwerke. Die Alte Feuerwache in der Fidelio-F.-Finke-Straße hat längst als Spritzenhaus ausgedient. Statt dessen ist in der Wache nun der Kunst- und Kulturverein zuhause, der nicht nur das im Juni stattfindende Elbhangfest organisiert, sondern auch Konzerte und Ausstellungen veranstaltet.

Reiseführer Dresden - Loschwitz - Fassadenschmuck am Fährgut
Fassadenschmuck am Fährgut

Wenige Schritte weiter steht ein klassizistisches Wohnhaus, in dem sich das Weincafé Clara befindet. Hier werden nicht nur heimische Weine aus Radebeul und Rotling aus Meißen kredenzt, sondern auch chilenischer Merlot und Cabernet Sauvignon oder toskanischer Chianti Rufina. Im alten Fährgut – man betrachte den darauf verweisenden Bauschmuck am sattgelben Putz – versteht man sich heute auf gehobene italienische Küche. Im 19. Jh. diente das Fährgut, ein Putzbau mit teilweise vorhandenem Fachwerk, auch als Weinpresse.

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