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Folkwang Museum

Blick auf die Sammlung

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Blick auf die Sammlung

Böcklin und Derain, Meunier und Rodin, Kirchner und Mueller, Impressionismus und Luminismus, Expressionismus und Abstraktes von Kandinsky, Mimimal Art und … - all dies macht den Reiz des Museum Folkwang aus, das eine Kunstzeitreise vom 19. Jahrhundert bis in die Gegenwart ermöglicht.

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Blick aufs Folkwang-Museum, foto:fdp

Blicke der Besucher schweifen umher und fangen sich am bunten Laub eines Birkenwaldes, den Christian Rohlfs, der Nestor der Moderne, der Nachwelt hinterlassen hat. Nein ein Tsunami rollt nicht auf den Betrachter von Gustav Courbets „Due Welle“ zu, doch gewaltig ist diese Woge mit weißer Schaumkrone schon, die da zu sehen ist, während sich der Himmel dunkel bezogen hat. Sehr geheimnisvoll wirkt Courbets 1860 entstandene Flusslandschaft, die gleichfalls zum hervorragenden Sammlungsbestand gehört. Sie scheinen eher die Dämmerung zu lieben, die Gestalten, die nackt unter einer Felswand baden und dabei dem Weingott Bacchus frönen. Jean-Bapstiste Camille Corot ist diese Szene vergnügter Naturfreunde in „Fest des Bacchus“ gelungen. Ungleich ist der Kampf zwischen Löwe und Schlange, der Eugène Delacroix so fasziniert, dass er 1856 zu Leinwand und Pinsel griff. Abendstimmung liegt über Arnold Böcklins „Mord im Schloss“. Augenzeuge des Mordes werden die Betrachter des Gemäldes nicht. Stattdessen sehen sie, wie sich zwei Gestalten zu einem am Strand liegenden Beiboot begeben, an dem schon einige Männer warten. Wollen sie zu dem am Horizont segelnden Großsegler? Man glaubt das kaskadierende Wasser hören zu können, steht man vor Johann Christian Dahls Gemälde „Tvindefoss bei Voss“. Schnee bedeckt sind die hohen Gipfel. Darunter ergießt sich ein dreifingriger Wasserfall ins Tal, in dem Bauern gerade dabei sind, Heu auf einen Wagen zu laden. Von Dahl finden wir in der Sammlung außerdem die Ansicht des Pillnitzer Schlosses bei Dresden, wo der Künstler gemeinsam mit Caspar David Friedrich in einem Haus lebte und beide Künstler eine enge Freundschaft pflegten.

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Friedrich Gräsel (*1927 Bochum): "Schiffsketten" (1972) Edelstahl, Außenanlage Museum Folkwang 1985, foto:fdp

Wie Dahl und Caspar David Friedrich bestimmte auch der Mediziner und Maler Carl Gustav Carus die bildende Kunst der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. In „Osterspaziergang“ fasziniert die von Carus umgesetzte Architekturmalerei, die gotische Kirchbauten gleichsam als Schattenrisse zeigt. Auf einer Anhöhe stehen in der Morgendämmerung zwei Männer und schauen hinab auf die „gotische“ Stadt unter ihnen. Carus ist zudem mit der Kopie einer Gebirgslandschaft zu sehen. Das Original des von Gletschereis und Schnee bedeckten Bergmassivs stammt von Caspar David Friedrich. Berggipfel unter Quellwolken beherrschen Carl Rottmanns „Oberbayerische Landschaft“, wie die Arbeiten Dahls und Carus' im 19. Jahrhundert entstanden. Auch Christian Ernst Bernhard Morgenstern schien die Berge zu lieben und zeigt uns das tosende Wasser, das durch eine Klamm rauscht ebenso wie den Staffelsee bei Murnau.

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Richard Serra (*1939): "Inverted House of Cards" (1969/83) Stahl. Außenanlage Museum Folkwang Essen, foto: fdp

Frisch ist der Pinselschlag, mit dem Max Liebermann den Papageienmann mit seinen Aras porträtierte. Mit ähnlichem Malduktus schuf Max Slevogt seine „Pfälzische Landschaft Weinlese in Neucastel“ (1916). Neben diesen beiden deutschen Impressionisten ist auch Lovis Corinth in der Sammlung vertreten, so mit der Arbeit „Bordighera“, sodass somit das „Dreigestirn des deutschen Impressionismus“ auch in Essen zugegen ist.

Neben Gemälden sind hier und da auch plastische Arbeiten zu sehen, darunter zwei Kinderköpfe von Medardo Rossi. Diese Arbeiten stehen im Dialog mit Claude Monets lichtem Gemälde „Die Kathedrale von Rouen im Morgennebel“. Getupfte Unschärfe in Blaunuancen zeichnet dieses 1894 entstandene Werk Monets aus.

Die Moderne zeigt sich in Essen nicht nur in Arbeiten von Rohlfs, sondern auch von Alexej von Jawlenski, dessen „Abstrakter Kopf“ zu sehen ist, der seine dreidimensionale Entsprechungen in den aus Messing skulptierten Köpfen von Rudolf Belling findet. Blicken wir ins Atrium, so schauen wir auf den Rücken einer knienden Figur aus Stahl, die Thomas Schütte geschaffen hat.

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Ulrich Rückriem (*1938): "Treppe"(1982) Dolomitgestein. Außenanlage Museum Folkwang, foto: fdp

Konstruktivistisches und Konkretes sehen wir dank der „Farbfelder“ von Piet Mondrian ebenso wie in einer Komposition des Bauhausmeisters Lászlo Moholy Nagy. Dass Mondrian mehr schuf, als seine Felder in Rot, Gelb, Blau und Weiß wird angesichts von „Komposition X“ überaus ersichtlich. Schaut man diese Arbeit an, so meint man, eine Hafenansicht mit einem Gewirr von Segelschiffen zu betrachten.

Zum deutschen Expressionismus gelangen wir, wenn wir Arbeiten von Kirchner und Mueller entdecken. Neben diesen beiden „Brücke-Malern“ ist auch Schmidt-Rottluff mit einer überaus farbigen Arbeit in der Schau zu sehen. „Fischerkähne auf dem Haff“ waren das Thema von Schmidt-Rottloff, das er mit kräftiger Farbsetzung umgesetzt hat.

Was hätte aus August Macke und Franz Marc noch werden können, wäre nicht der Erste Weltkrieg ihr Schicksal gewesen. Marc ist nun nicht mit seinen bunten Pferdchen in Essen zu bestaunen, sondern mit dem panoramaartigen Gemälde „Spielende Formen“.Macke hingegen zeigt uns „Frau mit Sonnenschirm vor Hutladen“.

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"Umraum" Timm Ulrichs, 1986 . Das Werk befindet sich in dem kleinen Park neben dem Glückaufhaus, foto: fdp

Französische Malerei der ersten Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts ist in Essen unter anderem mit der kubistischen Malerei von Georges Braque („Flasche und Zeitung“, 1911/12) und Fernand Légers „Die Häuser unter Bäumen“ präsent. Zugleich aber sehen wir auch den gen Himmel sich reckenden Eiffelturm, wie ihn Robert Delaunay 1910/11 sah. Der Faszination des Lichtes unterlag Maximilien Luce, als er Arbeiter beim Abstich in einem Hüttenwerk malte. Um das besondere Licht einzufangen, fügte er Farbpunkt an Farbpunkt. So tat es auch der Belgier Theo van Rysselberghe, der den nächtlichen Hafen von Boulogne-sur-Mer auf die Leinwand bannte.

Ausstellungen

Ausstellungen 2017

Im Ausstellungsjahr 2017 präsentiert das Museum Folkwang ein umfangreiches Programm mit 10 Sonderausstellungen und zahlreichen Sammlungspräsentationen der Malerei und Skulptur, der Fotografie, der Grafischen Sammlung sowie des Deutschen Plakat Museums – darunter umfangreiche Werkschauen zu Gerhard Richter, Maria Lassnig, Alexander Kluge und Balthasar Burkhard. Den Auftakt des Ausstellungsjahres 2017 bildet im Februar das neue Ausstellungsformat 6 ½ Wochen. Prägnant, aktuell und mit kurzfristigen Planungsvorläufen werden fünf Mal im Jahr für jeweils sechs Wochen aktuelle Tendenzen der Gegenwartskunst präsentiert. Für die neue Plattform stellt das Museum Folkwang prominent einen eigenen Saal zur Verfügung, den junge Künstlerinnen und Künstler mit ihren Werken bespielen. Der Eintritt zu diesen Präsentationen wird frei sein.

Ab 10. März 2017 widmet sich die konzentrierte Retrospektive Maria Lassnig (1919-2014) mit 45 Gemälden dem Werk der österreichischen Malerin. In sieben Kapiteln beleuchtet die Schau Lassnigs künstlerische Auseinandersetzung mit dem eigenen Selbst und dem eigenen Körper. Zum 85. Geburtstag Gerhard Richters (*1932) zeigt das Museum Folkwang von April bis Juli 2017 in Zusammenarbeit mit dem Essener Sammler Thomas Olbricht erstmals sämtliche Editionen des Künstlers. Gezeigt werden 165 teils mehrteilige Editionen, darunter 12 Multiples und 24 Künstlerbücher. Im Sommer stellt das Museum Folkwang in zwei Einzelausstellungen die Arbeiten der aufstrebenden, jungen Fotografen Peggy Buth und Arwed Messmer vor. Zeitgleich präsentiert die Ausstellung San Francisco 1967 einen Einblick in die Entwicklung des Plakats zur Zeit des Summer of Love. Die Plakate sind geprägt von neuen grafischen Ausdrucksformen der Zeit und reflektieren visuell die Höhepunkte der Hippiebewegung. Im September 2017 richtet das Museum Folkwang mit Pluriversum Alexander Kluge zum 85. Geburtstag die erste umfassende Museumsschau überhaupt aus. In enger Zusammenarbeit mit Alexander Kluge entwickelt, übersetzt die Ausstellung Kluges Kunst anhand seiner virtuosen Montagen aus Wörtern und Bildern dreidimensional in den Ausstellungsraum. Jazz'n'more widmet sich ab 29. September 2017 mit über 250 Objekten dem Plakatwerk Niklaus Troxlers, dem großen Illustrator der (Free-)Jazz-Szene. Mit Catharina van Eetvelde (*1967) wird zeitgleich eine junge belgische Zeichnerin gezeigt; Ilk ist die erste Einzelausstellung ihres grafischen Werks im musealen Kontext. Präsentiert werden Zeichnungen, Textfragmente, Fotografien und dreidimensionale Objekte zum Thema Natur und Wissen. Vom 20. Oktober 2017 bis zum 14. Januar 2018 widmet das Museum Folkwang dem Schweizer Künstler Balthasar Burkhard (1944-2010) eine große Ausstellung. Die über 300 Arbeiten umfassende Ausstellung ist dabei die erste große museale Würdigung Burkhards in Deutschland. Die Retrospektive zeichnet die vielfältigen Aspekte seines Werkes nach: Burkhards Anfänge als Reportagefotograf, seine Rolle als Chronist der Kunstszene ebenso wie seine Emanzipation als Fotokünstler.

Warum man das Gemälde von Claude Monet „Der Seerosenteich“ mit den plastischen Arbeiten von Wilhelm Lehmbruck, Constantin Meunier und Auguste Rodin in einem Ausstellungssaal vereinte, wissen nur diejenigen, die die Sammlungspräsentation zu verantworten haben. So finden wir in diesem Teil der Ausstellung nicht nur den „Lastträger“ von Meunier und „Die große Stehende“ sowie den „Hagener Torso“ von Lehmbruck, sondern auch Rodins lebensgroße männliche Figur, die für das eherne Zeitalter steht. Zu diesen Skulpturen gesellt sich zudem Georg Minnes Marmorskulptur eines Knaben, der einen Weinbeutel ausleert. Minne, ein belgischer Künstler wie Meunier, schuf außerdem den Brunnen der knienden Knaben, dessen Wasser im Museum Folkwang stetig plätschert.

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Ludger Gerdes: "Trecker" (1987) Gegenüber dem Folkwangmuseum in der Grünanlage, Goethestr., foto: fdp

Auf „Erotik“, eine Messingskulptur von Belling, stößt der Besucher im weiteren Verlauf des Rundgangs durch die Sammlung ebenso wie auf die skulptierte Landschaft des Surrealisten Tanguy, der seine eigene „Welt der Liebenden“ schuf. Sehr beeindruckend sind die Kristallstrukturen der Dorf- und Stadtansichten von Lyonel Feininger, der unter anderem „Medlingen“ und „Gelmeroda IX“ malte. Auf die bunten Blumen von Emil Nolde müssen Sammlungsbesucher ebenso wenig verzichten wie auf die schrill-farbigen Davos-Ansichten von Ernst Ludwig Kirchner. Weltentheater hingegen inszenierte Max Beckmann unter anderem mit dem Triptychon „Perseus“.

Die letzten Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts in der Kunst sind durch Namen wie beispielsweise Ernst Wilhelm Nay, Lucio Fontana und Donald Judd, aber auch Frank Stella und Ad Reinhardt in Essen vertreten. Man wird sicherlich die Qualität der Sammlung nur zu schätzen wissen, wenn man nochmals wieder kommt, denn zu vielfältig und üppig ist die Präsentation. © fdp

Der Zugang zur ständigen Sammlung ist kostenfrei!!!

Folkwang Museum
Museumsplatz 1
45128 Essen
info@museum-folkwang.essen.de
Öffnungszeiten Sammlung
Di bis So 10 bis 18 Uhr Fr bis 22.30 Uhr

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