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Ruhr Museum

Rock und Pop im Pott
bis 28. Februar 2017

Rock und Pop im Pott

Sechs Jahrzehnte Musikgeschichte des Ruhrgebiets stehen 2016 auf dem Programm des Ruhr Museums. Den Anfang macht das Jahr 1956 mit seinen Jugendkrawallen und Protesten in Dortmund aufgrund des Films "Außer Rand und Band" mit Bill Haley, dem König des Rock 'n' Roll. Welche weiteren Musikhits und Stars bis heute für Tumulte oder kollektive Hysterie sorgten, verrät die Ausstellung um Beats und Breaks mit Platten, Postern, Instrumenten, Bühnenoutfits und vielem mehr, was Musik besonders macht. Die Besucher erwartet eine aufregende Reise durch die Musikszene des Reviers und ihrer Genres: vom Beat der 1960er über Kraut-, Deutsch- und Folkrock, Hard & Heavy und Punk, die Neue Deutsche Welle, Hip Hop, Techno bis hin zur Weltmusik.

Wer diese Ausstellung im Ruhrmuseum besucht, der wird vielfach eine Zeitreise in die eigene Biografie unternehmen, sich dabei vielleicht nicht nur an die 99 Luftballons von Nena, sondern auch an das Konzert der Rolling Stones in der Essener Gruga-Halle erinnern. Die Essener Ausstellung gleicht einem musikhistorischen Kaleidoskop, das alle Facetten der Rock- und Popmusik der letzten Jahrzehnte aufgreift. Dass es eine Zeit davor gab, verschweigt die architektonisch sehr ansprechend gemachte Ausstellung nicht - man beachte die Ausstellungseinbauten aus Sperrholz als Hinweis auf das Temporäre und die bunte, ganz im Geist der Pop Art gehaltene Auslegware, über die die Besucher gehen.

Der Prolog der Schau wirft einen Blick auf die Skifflebands, die noch mit Teekasten-Bass und Waschbrett ihre Musik zelebrierten. Erinnert wird aber auch an die in rotzig-frechem Berliner Jargon singende Kabarettistin Claire Waldoff, eigentlich Clara Wortmann, die 1884 in Gelsenkirchen das Licht der Welt entdeckte, und an Charlie and his Orchestra, von dem eine LP gezeigt wird. Erinnert wird in der Schau außerdem an Kurt Edelhagen, der aus Herne stammte und an der Folkwang Schule Musik studierte. Wer weiß schon, dass auch die Magnolia Jazz Band ein Gewächs des Ruhrpotts ist? Kaum einer, der nicht gerade auf Oldtime Jazz steht, oder?

Während des Rundgangs nehmen die Besucher stets die Soundcollagen wahr, die aus der Soundbox dringen, ob Nena, Tic Tac Toe oder Herbert Grönemeyer, ob „99 Luftballon“, „Ich find' dich scheiße“ oder „Wann ist der Mann ein Mann ...“. Das lenkt natürlich ein wenig ab, zumal es neben Foto- auch zahlreiche Textdokumente gibt, die es wert sind, dass man sie wirklich liest!

Nur gut, dass man die ausgestellte Musicbox namens Symphonie der Firma Bergmann aus den späten 1950er Jahre nicht bedienen kann, denn dann würden sich auch noch die Klassiker des Rock 'n Roll unter die Sangeskunst deutscher Rock- und Popröhren mischen. Musikboxen waren in Kneipen sehr beliebt und ersetzten die früher hier zu findenden mechanischen Musikautomaten und natürlich Live Bands. Die Welt von Bill Haley, Elvis und Little Richard feierte in den 1950er Jahren auf Vinyl ihren Siegeszug durch die Städte des Potts. Bisweilen gab es sie auch auf der einen oder anderen Kirmes zu hören, wenn die „Steiger-Buchholz“ Rampenbahn unterwegs war und es hieß: „Sie wünschen. Wir spielen für Sie!“. Auch dieses Zeugnis vergangener Tage kann man in der Ausstellung in Augenschein nehmen.

Halbstarke Leinwandhelden

Die Zeiten, als der in Berlin-Neukölln geborene Horst Buchholz Leinwandheld war und mit Karin Baal zusammen in „Die Halbstarken“ für volle Kinos sorgte, werden beim Rundgang ebenso lebendig wie auch die wilden 50er dank der Filme wie „Die Frühreifen“ mit Peter Kraus und Heidi Brühl in den Hauptrollen. „Außer Rand und Band“ war ein weiterer Kassenschlager jener Nachkriegsjahre. Kurze Filmaufnahmen vor allem von Konzerten wie dem von Bill Haley and his Comets vom 28. Oktober 1958 bringen uns das Lebensgefühl der beginnenden Wohlstandszeit und Jugendrebellion näher. Haley und seine Jungs sangen nicht nur „Rock Around The Clock“, sondern verwandelten auch „ Oh when the Saints go marching in“ in eine fetzige Rock 'n Roll-Nummer. Im Umfeld von Kinoveranstaltungen und Konzerten kam es immer wieder zu Krawallen, bei denen die Polizei auch Wasserwerfer einsetzte, wie man Bilddokumenten und Presseberichten entnehmen kann.

Musik ohne Instrumente ist wie …

Zur neu aufkommenden Musik der 50er und frühen 60er Jahre gehörten unbedingt ein Schlagzeug und zwei Gitarren, die meist von der Firma Höfner hergestellt wurden. Tromsa hingegen produzierte Schlagzeuge, die deutlich günstiger als die von Sonor und Ludwig waren, sich also auch Beatbands leisten konnten, deren Budget beschränkt war. Eine dieser Ruhrpott-Beatbands war German Blue Flames mit sehr auffälligen blau-weiß gestreiften Bühnenoutfits, angefangen bei der Kappe bis hin zu den Hosen. Zu sehen sind die Bandmitglieder auf einer Werbepostkarte des Bochumer Modehauses Kramer! Sie waren aber beileibe nicht die einzigen Stars am deutschen Beat-Himmel. Man denke nur an The Badgers, The Chariots und The Fellows, denen wir in „laufenden“ Schwarz-Weiß-Aufnahmen gegenüberstehen.

Stones und Beatles im Pott

Die Jugendzeitung Bravo, so erfahren wir, holte 1965 die Rolling Stones nach Deutschland, die dann in der Essener Gruga-Halle bei zwei Konzerten auftraten. Damals war noch Brian Jones dabei, den man in Fotos ebenso entdecken kann wie Mick Jagger. Nur eine halbe Stunde dauerte das Blitzkonzert der Beatles im Juni 1966. Adrett sahen die Liverpooler Pilzköpfe bei einer eilig anberaumten Pressekonferenz aus, die natürlich von Fotografen im Bild festgehalten wurde. Im Schatten dieser beinahe omnipotenten Stars der Beatmusik kultivierten deutsche Bands ihren eigenen Stil. Es gab sogar Wettbewerbe speziell für derartige Bands, die vom Star Club Hamburg ausgelobt wurden. So erhielten Percy & the Gaolbirds 1966 als Sieger des Beat Band Festivals ein goldenes Banner des Star Club Hamburg.

Musik und Protest

Musiker mischten sich aber auch in die Politik ein, traten wie Liederjan bei der Friedenswoche im Stadthaus Oberhausen auf. Auch das behandelt die Schau recht ausführlich, zeigt dabei auch ein Plakat, mit dem für die Ausbeutungsfete am 6. März 1971 geworben wurde. Im Jugendzentrum Oberhausen traten u. a. Floh de Cologne auf. Der Häuserkampf, sprich der Kampf gegen Abriss und Luxussanierung, ging an den Musikern auch nicht spurlos vorbei. „Schöner Wohnen abber fix“ lautete das Motto einer Veranstaltung mit MEK Bochum, Cochise und Geier Sturzflug in der Alten Mensa in Bochum. .

Einen breiten Raum nimmt das AufRuhr Festival ein, auf dem unter anderem die Toten Hosen zu hören waren. Es war integraler Bestandteil des Kampfes der Duisburger Stahlwerker für den Erhalt des Werks in Reinhausen. Organisiert hatte dieses Event die Jugendvertretung des Werks, die auch in Interviews zu Wort kommt. Zudem sind weitere Filmmitschnitte über diese Veranstaltung zu sehen. Bröselmaschine, eine deutsche Folkrock-Band, trat damals auf und Tana Schanzara überbrachte die Solidaritätsgrüße des Bochumer Schauspielhauses.

Erinnert wird im Kontext von Musik und Protest an Politbarden wie Frank Baier, aber auch an Fasia Jansen, die das Festival K14 mit aus der Taufe gehoben hatte und aktiv in der Friedensbewegung mitwirkte. Musik schien sich in Teilen ganz bewusst gegen Kommerz und Entpolitisierung zu richten. Auch die jährlichen Ostermärsche wurden von Musikern begleitet, neben Fasia Jansen auch von Joan Baez, die auf einem Wagen beim Umzug in Gelsenkirchen im Jahr 1966 fotografiert wurden.

Dank der laufenden Bilder, die in die sehr sehenswerte Schau integriert wurden, kann man auch die Essener Songtage von 1968 heute ein wenig nacherleben. Damals war auch Hans Dieter Hüsch zu hören, dessen spitzzüngige Kommentare heute schmerzlich vermisst werden.

Neue Exponate zum Jubiläum der "BRAVO-Beatles-Blitztournee" in Essen in der Ausstellung "Rock und Pop im Pott" im Ruhr Museum
Rechtzeitig zum 50sten Jubiläum des Konzerts der Beatles in der Essener Grugahalle am 25. Juni 1966 konnte das Ruhr Museum zwei neue Leihgaben in seiner Ausstellung "Rock und Pop im Pott" willkommen heißen. Ein Original-Tourheft der "BRAVO-Beatles-Blitztournee" aus dem Jahre 1966 erhielt das Museum als Leihgabe von einem privaten Sammler. Es zeigt die einzige Deutschlandtour der Beatles in den Städten München, Hamburg und Essen, in denen die Liverpooler Band mit sechs Konzerten jedes Mal für Ausnahmezustände sorgte. Das zweite Exponat ist der Einsatzbefehl der Polizei Essen zur Sicherung der beiden Rolling Stones-Konzerte, die bereits ein Jahr zuvor am 12. September 1965 ebenfalls in der Grugahalle stattfanden. Er wurde dem Museum vom ehemaligen Leiter der Pressestelle des Essener Präsidiums zur Verfügung gestellt. Die darin vermerkten "Randaleszenen" und Erfahrungen vor, während und nach den Stones-Konzerten dürften sich auch auf die Polizeiplanung bei den Beatles-Konzerten ausgewirkt haben. Das Polizeiaufgebot in Essen erreichte ein bisher unbekanntes Ausmaß: 500 Polizeikräfte waren bei den Beatles im Einsatz.

Aufs Outfit wurde wert gelegt

Neben den „Hauptsträngen der Ausstellung“ finden sich in Nebenräumen, sogenannten Kabinetten, aufbereitete Unterthemen, so auch zu Musik und Mode. In einem „Kellerraum“ wurde eine Disco inszeniert. Nur wer sich auf dem blauen Teppichboden innerhalb eines rot markierten Kreises bewegt, kann beispielsweise „Rock Around The Clock“ hören. Dass man auch in den deutschen Tanzschulen auf die entsprechende Veränderung des jugendlichen Musikgeschmacks sehr schnell einging, zeigen entsprechende Fotoaufnahmen von Tanzstunden, in denen auch die Basisschritte des Rock 'n Roll gelernt wurden.

 

Outfits waren Bestandteil der Rock- und Beatmusik-Kultur und sind es bis heute. Der eine trug ein Polohemd mit Krokodillogo – das waren in den 1980er Jahren die Popper –, ein anderer fühlte sich im Shirt mit Aufdrucken wie „Atomkraft - Nein danke“ oder mit Che-Konterfei wohl. Wer auf die Stones stand, erwarb das Shirt, mit dem auf die Voodoo Lounge Tour 1995 hingewiesen wurde. Man mochte es auch explizit politisch: „Love Music – Hate Faschism“. Einige Mädels trugen lila Kurzjacken mit überdimensionierten Schulterpolstern. Die Jungs schlüpften in enge Lederhosen. Wer sich als weiblicher Hippie begriff, der trug einen Synthetik-Kaftan mit Goldbordüren. Levis-Jeans waren lange Zeit Kult.

Szenetreffs – gestern und heute

Wer nicht aus dem Pott ist, kennt die einschlägigen Szenetreffs nicht, weiß nichts vom Puvogel in Bochum oder vom dortigen Riff, hat noch nie vom Bochumer Star Club gehört, in dem 1965 Tony Sherdian aufgetreten ist. Bis heute gibt es das domicil in Dortmund, für Jazzliebhaber auch jenseits des Potts durchaus ein Begriff. Ähnliches gilt für den Essener Goethebunker, in dem Techno und House ebenso zu Hause sind wie improvisierte Betonmusik, eine Reihe, die der Essener Schlagzeuger Simon Camatta ins Leben gerufen hat. Die 1969 gegründete Fabrik K 14 in Oberhausen gehört gleichfalls zu den einschlägigen Treffs, aber auch die Veltins Arena in Gelsenkirchen.

Gitarre, Bass, Plattenspieler und Kassettenrekorder

Das Thema Rock und Pop wäre unvollständig präsentiert, gäbe es nicht auch einen Exkurs in die Welt der Tonträger, der Abspielgeräte und der Instrumente. An einer Plattenbar aus den 1960er Jahren kann man sich auf „Ma Baker“ von Boney M und auf „Take a chance“ von Abba einlassen. Ja, waren das Zeiten, in denen man vor dem Kauf von Vinyl-Platten in diese hineinhören konnte, um sich dann für oder gegen den Kauf zu entscheiden. Mit CD-ROM und MP3 bei Spotify gehört die Plattenbar längst zum alten Eisen. Vom einfachen Plattenspieler wie dem aus dem Jahr 1954 bis hin zu Kompaktanlagen reicht die präsentierte Schau der Abspielgeräte.

Skurril sind die Instrumente, die Charly Scharloh einst baute, die Schrumpfgitarre, die Krükete – aus Duschkopf und Krücke bestehend– oder der Blaskopf und die Drehinette. Sie gehörten zur Ausstattung der Band Für Wahn, die auf einer Schule in Recklinghausen im Jahr 1973 gegründet wurde. Musikalische Anarchie lautet das Konzept dieser Band, die Notenkenntnisse kategorisch ablehnte. Jedes Mal wurde die Musik der Band neu erfunden, aus dem Moment heraus. Neben den Grundinstrumenten Schlagzeug, Keyboards, E-Gitarre und Bass kamen die selbst erfundenen Instrumente zum Einsatz. Es war laut und es war schräg, was Für Wahn da zum Besten gab!

Krautrock und Punk – von Dödelhaie und Bröselmaschine

Erinnert wird in diesem Ausstellungsabschnitt nicht nur an Konzerte auf der Ruhrwiese in Hattingen, sondern auch an Bands wie Bröselmaschine, Eloy oder Birth Control. Neben der Hammondorgel B3, die in den späten 1960er und den 1970er Jahren ihren Einstand im Rock feierte – man denke an Keith Emerson und Brian Auger – sind es die ersten Effektgeräte und Synthesizer, die den Betrachter ins Staunen bringen. Echolette 5 war ein solches Gerät, das die Band The Crew benutzte.

In Interviews werden die Mitglieder von Bröselmaschine vorgestellt. Kennt niemand? Doch, wer Gitarre lernt, der kennt die Gitarrenlehrbücher von Peter Bursch, der zu jener Band gehört, die sich dem Folkrock verschrieben hatte. Über eine Millionen Exemplare seiner Gitarrenbücher wurden unterdessen verkauft.

Auch zum Punk kann man O-Töne erleben, wenn sich Kids zu ihrer Musik äußern. Zudem wurde eine Reihe von Fanzines zusammengetragen, die so bezeichnende Namen wie Hustensaft und Kotzfleck tragen. Zerrissene Lederkutten waren unter Punks Kult. Zu sehen ist eine solche Kutte von einem Bandmitglied der Filthy Few. Daneben hängt eine ausgebleichte Jeanskutte von Cem Yurdatap, die ihn aufgrund der Aufnäher als Schalke-Fan outet. Auch die Ramones mochte der Träger und ebenso The Saints. Zudem schlug sein Herz für „Dumm und glücklich – APPD“. Cem sang bei den Makkara Pasta und den Ruhrpottkanaken, die 2015 nach längerer Pause wieder zusammenspielten. Cem ist übrigens der erste Deutschpunker mit türkischen Wurzeln, wie man es im Katalog nachlesen kann.

Erzählt wird die Geschichte der Kassierer und der Dödelhaie. Nur wenige kennen wohl die Mühlheimer Band Lokalmatadore, die einst mit einer für 20 DM erstandenen E-Gitarre 1982 ihr erstes Demoband eingespielt haben.

Die Erde war nicht immer so und anderes auf Vinyl

Eingestreut in die Übersicht über die verschiedenen Musikstile und die Bands des Potts wurde in mehreren Kabinetten eine Schau von Tonträgern, alles Leihgaben, darunter auch die EP der Essener Band Knu um den Schlagzeuger Simon Camatta. Rolf Bendix singt Rock 'n Roll entdecken wir und die Badland Slingers mit „Ich will nur rockin“. Die Conditors hatten es eher mit „Dankeschön Bitteschön“. Cochise veröffentlichte „Die Erde war nicht immer so". The Frits hatten „The rude message“ auf den Lippen und ließen eine konfiszierte Pistole auf das Cover drucken. In Neonfarben mit Einschusslöchern auf dem Cover kamen die Aufnahmen von Extrabreit daher. Herbert Grönemeyers Platte „Gemischte Gefühle“ hat auch ihren Platz unter den über 700 Tonträgern – Besucher werden übrigens aufgefordert noch weitere Leihgaben zur Verfügung zu stellen, um auch das letzte Regal zu füllen.

Metal, Heavy und …

Empfehlenswert ist das Interview mit Tom Angelripper, der sich von seinem ersten Lohn für 300 DM eine Bassgitarre leistete, die er mit Klebeband auf dem Rücken befestigte, um so mit seiner Mofa wieder nach Hause zu fahren. Provokation pur sind Randalica, deren Frontmann sich im Gespräch als Ex-Knacki outet und das Projekt als Idee des Knastsozialarbeiters ausgibt. Dass die Texte und das martialische Auftreten Provokation und Ironie zugleich sind, erläutert er dann im weiteren Interviewverlauf.

Der geteilte Himmel. Reformation und religiöse Vielfalt an Rhein und Ruhr April bis Oktober 2017 Die Ausstellung nimmt das Reformationsjubiläum zum Anlass, mit bedeutenden kulturhistorischen Exponaten das Verhältnis und das Zusammenleben der unterschiedlichen Religionen und Konfessionen über Jahrhunderte bis in die Gegenwart darzustellen und im Sinne eines interreligiösen Diskurses auch unter aktuellen und zukunftsrelevanten Aspekten zu diskutieren. Zu diesem Zweck hat sich das Ruhr Museum mit dem Essener Forum Kreuzeskirche Essen und dem Martin Luther Forum Ruhr zusammengeschlossen, um im Gedenkjahr neben der Ausstellung ein breites Kultur- und Bildungsprogramm zu entwickeln. Weitere Informationen zum Gesamtprojekt: www.der-geteilte-himmel.de

Zum Pott gehört auch Nena, die einst mit The Stripes auf der Bühne stand, so auch 1979 in der WDR Plattenkiste, die Helga Feddersen und Frank Zander moderierten. Zudem kann man in einem Video Extrabreit mit der talentfreien Marianne Rosenberg erleben. Der Spiegel sah sich 1982 dazu herausgefordert, der Hagener Band Extrabreit einen mehrseitigen Beitrag zu widmen.

Das Drama rund um Loveparade in Duisburg wird in einem Film- und Textbeitrag angesprochen, ohne allerdings das tragische und für 21 Menschen mit dem Tod endende Ereignis in aller Tiefe aufzubereiten. Bis heute sind die Ereignisse juristisch nicht abschließend bewertet worden. Wird man jemals Schuldige verurteilen, sei es der Veranstalter oder der damals regierende Oberbürgermeister von Duisburg? Die Zeit wird es zeigen.

Ein Nachsatz
Im Epilog finden sich dann einige Künstlerporträts und Interviews, so von Thomas Godoj, Sasha, Tic Tac Toe oder Frida Gold. Nebenan befindet sich die Soundbox mit Soundcollagen zu visuellen Animationen. Bei einem einmaligen Besuch wird man nur die Oberfläche des breit gestreuten Themas ankratzen können. © Text ferdinand dupuis-panther Sofern nicht anders angegeben: Copyright: Ruhr Museum, Foto: Rainer Rothenberg

Ruhr Museum Zollverein A 14
(Schacht XII, Kohlenwäsche)
Gelsenkirchener Straße 181
45309 Essen
Täglich
Montag bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr

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