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Felix-Nussbaum-Haus


Nahsichten: Felix Nussbaum
dauerhaft

Nahsichten: Felix Nussbaum

Ein modernes Bauwerk, das sich spröde und widerwillig gibt, das sich außerhalb des historischen Stadtkerns und unweit des Hegertors befindet und von Daniel Liebeskind entworfen wurde – das ist das Felix Nussbaum Haus, dass sich in seiner kantigen, schiefwinkligen Architektur als ein Kind des Dekonstruktivismus zeigt.

Die Architektur mit Symbolik

Ähnlich wie bei Frank O. Gehry zerspringen bei Liebeskind die Formen. Sehr schnell wurde das Bild des zersprungenen Davidsterns aufgebracht, um Liebeskinds Architektur in einer adäquaten Bildsprache zu erfassen. Doch m. E. erweckt dieses Bild falsche Vorstellungen. Libeskind, der auch für den Entwurf des Jüdischen Museums in Berlin, für die Innenarchitektur des Jüdischen Museums in Kopenhagen und für die Neubebauung von Ground Zero in New York verantwortlich zeichnet, hat mit seinem Osnabrücker Entwurf ein Denkmal für den in Auschwitz ermordeten Künstler Felix Nussbaum geschaffen. Dabei hat Liebeskind den historischen Topos einer Stadtvilla mit seinen linearen Baukörpern ummantelt, deren Fassaden dank vielwinkliger Fenster aufgerissen erscheinen. Sichtbeton verwendete Libeskind für den Nussbaumgang, der fensterlos ist. Deutsche Eiche ist das Material für die Verkleidung des Haupttrakts. Zinkbleche wiederum findet man als Verblendung der Nussbaum-Brücke.

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Gang der ungemalten Bilder

Sowohl vom Material aber auch von der Gestaltung her erscheint der Libeskind-Bau kühl, bisweilen abweisend. Doch bei Libeskind hat alles einen Sinn: Der Haupttrakt ist auf die Alte Synagoge hin ausgerichtet, die 1938 im Rahmen der Reichspogromnacht zerstört wurde und von der wir in der Ausstellung eine von Felix Nussbaum gemalte Innenansicht sehen; der Nussbaum-Gang, Symbol für das Exil, orientiert sich auf die Villa Schlikker, einst Parteizentrale der NSDAP.

Das Leben Felix Nussbaums

Das Felix Nussbaum Haus beherbergt eine etwa 465 Werke umfassende Sammlung. Das ist wohl repräsentativ für das gesamte Schaffen des in Osnabrück geborenen Malers, dessen Vater ein wohlhabender, kulturinteressierter Kaufmann war. Man muss allerdings wissen, dass bei einem Atelierbrand 1932 wohl 150 Arbeiten Nussbaums ein Opfer der Flammen wurden. Man wüsste somit gerne, welche Sujets bei diesem Brand untergegangen sind. Nicht abschließend zu klären ist auch die Frage, ob es nicht doch noch weitere Werke gibt, die zurzeit als verschollen gelten.

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Blick in die Ausstellung: u. a. Selbstbildnis als Grimasse (1 und 2), 1936 Kohle auf braunem Papier, 63,00 x 49,00 cm Felix-Nussbaum-Haus Osnabrück, Leihgabe der Niedersächsischen Sparkassenstiftung

Nussbaum blieb seiner Geburtsstadt bis 1922 treu, als er mit 18 Jahren erst nach Hamburg und dann nach Berlin übersiedelte. Zehn Jahre nach diesem Ortswechsel treibt es ihn nach Italien. Das war nur dank eines Stipendiums möglich. Im Mai 1933 wurde er aus der Villa Massimo, wo er als Stipendiat lebte, ausgewiesen. Weitere Stationen seines Lebens waren Ostende und Brüssel, wo er schließlich verhaftet und im Lager St. Cyprien interniert wurde. Felix Nussbaum gelang jedoch die Flucht. Fortan lebte er im Untergrund in Brüssel. Wohl aufgrund einer Denunziation wurden er und seine Frau, die fünf Jahre ältere Künstlerin Felka Platek, verhaftet, in die Dossin-Kaserne nach Mechelen überstellt und dann nach Auschwitz deportiert. Dort wurden sie 1944 umgebracht. Ein genauer Todestag ist nicht bekannt.

Dass nun das Erbe eines Osnabrücker Künstlers eine Heimstatt in dessen Geburtsstadt erhalten hat, war nur gegen heftigen Widerstand möglich. Doch die Stadt traf eine bedeutende kulturpolitische Entscheidung, sodass der in Brüssel lagernde und teilweise beschädigte Bestand von 120 Bildern nach Osnabrück gelangen konnte.

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Interieur mit Stillleben, 1935 Öl auf Leinwand, 48,50 x 66,00 cm Berlin, Sammlung Dr. Andor Koritz

Ein Werk mit vielen Facetten

Welche schillernden Facetten das Werk auszeichnet, zeigt sich bei einem Rundgang. Man findet den surrealistisch inspirierten Felix Nussbaum ebenso wie den Porträtisten, den neusachlich ausgerichteten Künstler ebenso wie den von den Arbeiten James Ensors angeregten, aber vor allem einen von Unsicherheit, Ängsten, Verfolgung geprägten Felix Nussbaum, der seine Ängste in Bildwerke umsetzte, zum Beispiel in „Selbstporträt mit Judenpass“ oder noch prägnanten in „Trauerndes Paar“ oder „Triumph des Todes“.

Todesahnungen finden sich in einigen Werken des Osnabrücker Künstlers. Angesichts des Terrors der Gestapo und der Nürnberger Gesetzes sowie des Programms „Endlösung der Judenfrage“ war diese Themenwahl wohl auf der Hand liegend. Man findet im Werk Selbstbildnisse mit clownesken Anmutungen, Maskenbilder im Geiste Ensors, Stillleben, die eher konventionell, wenn auch nicht akademisch anmuten, Maritimes wie „Mastenwald“, immer wieder auch in gewisser Weise Grotesken und das Thema „Totentanz“ in vielen Abwandlungen.

Beim Rundgang stößt man nicht nur auf eine sehr lockere Werkhängung, die chronologisch ausgerichtet ist, sondern auch auf Leerräume, Symbol dafür, dass die Zeit zwischen 1933 bis 1945 Verlust und Zerstörung hinterlassen hat. Werke der Kunst wurden als entartet diffamiert, veräußert oder aber zerstört, Bücher wurden verbrannt, Menschen wurden in Auschwitz und anderswo ermordet. Die Täter überlebten, in vielen Fällen einer Strafe entgehend. Die Entnazifizierung war ein Prozess pro forma. Einen Neuanfang und eine Aufarbeitung hat es bis heute nicht wirklich gegeben. Die Bundesrepublik wuchs aus den Trümmern, aber mit dem Personal des alten Regimes, ob in der Politik, Verwaltung, Polizei, Bundeswehr oder Justiz. Auch dies muss man bei einem Rundgang durch das Haus immer vor Augen haben. Es kam ja auch nicht von ungefähr, dass der Bau des Hauses und die Übernahme des Werks örtlich auf Widerstand stießen.

Ein Rundgang durch die Sammlung

Kurz und knapp wird der Besucher zu Beginn des chronologischen Rundgangs mit biografischen Daten vertraut gemacht, auch mit der Tatsache, dass Felix Nussbaum im Februar 1939 im sozialistischen Club 38 in Brüssel zu Lebzeiten seine letzte Ausstellung hatte. Ihn hatte die Inhaftierung als feindlicher Ausländer im Mai 1940 ebenso traumatisiert wie auch die Eintragung ins Judenregister und das Verstecken seiner Werke im Jahr 1943 bei Dr Grosfils und Dr. Lefévre. Bei einem belgischen Bildhauer namens Dolf Ledel fanden die Nussbaums zeitweilig Unterschlupf, kehrten aber wenig später in ihre Wohnung in der Rue Archimède 32 zurück. Im Juni 1944 erfolgte die Verhaftung, im Juli die Überstellung ins Sammellager Mechelen und im August der Transport nach Auschwitz. Nussbaum trug die Nummer B 3594. Wann er und seine Frau genau zu Tode kamen, ist unbekannt.

 

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"Packhaus", 1926 Öl auf Leinwand, 70,00 x 52,50 cm Felix-Nussbaum-Haus Osnabrück

Vater und Mutter

Mit einer blauen Kornblume im Revers, so porträtierte Felix Nussbaum 1928 seinen Vater, der zu einem zart gestreiften Jackett einen sehr auffällig bunten Schlips trug. Im Hintergrund erblickt man das Gemälde des Packhauses in Emden, das Felix Nussbaum gleichfalls malte und auch Teil der Sammlungspräsentation ist. Das Gemälde im Hintergrund des Porträts soll wohl ein Fingerzeig auf den Kunstkenner Nussbaum sen. sein. Auch die Mutter des Künstlers wurde von diesem gemalt, versehen mit einem Blumenbouquet im rechten Vordergrund.

Als Hinweis auf die Geburtsstadt des Vaters ist die Arbeit „Packhaus“ zu werten, das in Emden steht. In die Rolle eines Harlekins scheint Nussbaum in dem Selbstbildnis mit seinem Bruder geschlüpft zu sein. Ein besonderes Zeitdokument ist die Arbeit „Die beiden Juden, Blick in die Synagoge von Osnabrück“, denn diese wurde während der Reichspogromnacht im November 1938 ein Opfer der Flammen. Vielleicht eher unbekannt ist ein anderer Aspekt im Schaffen Nussbaums: seine Verehrung des Malstils und Duktus von Vincent van Gogh. Von Nussbaum stammt nicht nur ein Stillleben mit Sonnenblumen, sondern auch „Landschaft in der Provence“. Beide weisen eine Nähe zum Expressionismus van Goghs auf.

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Felix Nussbaum: Selbstbildnis mit Judenpass, um 1943 Öl auf Leinwand, 56,00 x 49,00 cm Felix-Nussbaum-Haus Osnabrück, Leihgabe der Niedersächsischen Sparkassenstiftung

Tod, Trauer und Zerstörung

Die Chronologie der Hängung wird ergänzt um Themenkomplexe wie „Trauer und Tod“. In entsprechenden Motiven, man denke an „Tanz an der Mauer“, spiegelt sich Nussbaums Angst vor dem Tod wider. Leichenträger, alle sind Gevatter Tod im schwarzen Frack, tragen einen Sarg durch die Straße, wo sie auf eine skelettierte und eine verwesende Leiche stoßen. Im Gemälde „Zerstörung“ arbeitete Nussbaum mit bildlichen Versatzstücken, zeigt uns das Kolosseum von Rom unter einer grauen „Hügelwolke“, ein trauerndes Paar vor einem düsteren Gebäudeblock und eine aufgedeckte Grabstelle. Rom-Ansichten ganz anderer Art finden wir in Werken wie „Mauer in Rom“, vor der ein Karren abgestellt wurde.

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Stillleben mit Katze, 1940 Öl auf Leinwand, 74,00 x 55,00 cm Felix-Nussbaum-Haus Osnabrück, Dauerleihgabe der Felix Nussbaum Foundation, Schenkung Irmgard Schlenke

Die Arbeit „Die Perlen“ zeigt uns eine Mutter-Kind-Darstellung. Beide sind leicht in der Diagonale ins Bild gerückt worden. Die Mutter weint Perlen, die aus ihren Augen kullern. Im Hintergrund sieht man schemenhaft kämpfende Soldaten und an der anderen Bildseite zahlreiche weiße Kreuze für die Gefallenen. Düster in seinen Farben ist das „Stillleben mit Katze“, von der man eigentlich nur die weißen Augäpfel sieht. Als Gardine wird ein gestreiftes Geschirrtuch genutzt. Die Uhr zeigt 1 Uhr nachts. Geisterstunde denkt der Betrachter spontan. Angelehnt an Vergänglichkeitsdarstellungen erscheint „La nature est morte“: ein umgestürzter Krug, eine Pampelmuse, ein Bucheinband mit dem Werktitel als Aufdruck, ein Fetzen aus Le Soir. Es fehlten nur noch der Totenschädel und die erloschene Kerze, um die spezifische Darstellungsform vollständig zu machen. Am nachhaltigsten behandelt das Gemälde „Angst“ den Seelenzustand von Felix Nussbaum. Zu sehen sind am unteren Bildrand Felix Nussbaum und seine Nichte Marianne. Sie scheinen Schutz zu suchen und Trost aneinander zu finden. Dabei verschwimmen die Porträts mit dem dunkel gehaltenen Hintergrund.

Stadtlandschaften

Beinahe neusachlich mutet eine Stadtlandschaft mit tonigen Gebäudequadern an, auf denen ein weißer Hausaufsatz steht: „Straße mit Telefonmasten“, 1932. Die Szenerie ist menschenleer. Skurril, wenn nicht surreal mutet eine Arbeit an, bei der man ein musizierendes Paar umschlossen von Mauern erblickt: „Komisches Konzert (2)“, um 1935. Sie sitzt im roten langen Kleid an einem Flügel; ihr Gatte im schwarzen Anzug trällert ein Liedchen. Über die Mauern schauen Sonnenblumen, so als seien sie heimliche Zuhörer und Beobachter eines bürgerlichen Salonkonzerts.

Jan en Mie

Felix Nussbaum war sehr vielseitig, so wissen wir, dass er auch einen Zeichentrickfilm geplant hatte, von dem 29 Schwarz-Weiß-Fotografien zu sehen sind, die sich auf farbige, um 1936 entstandene Gouachen beziehen. „Pitt und Peggs“ lautet der Werktitel. Nussbaum verantwortete aber auch Illustrationen für die Zeitschrift „Der Querschnitt“ und zeichnete Illustrationen für Schulbücher wie „Jan en Mie“. Das ist ein Aspekt des Werks Nussbaums, das eher eine Leichtigkeit und Optimismus, bisweilen gar Humor ausstrahlt.

mastenwaldMastenwald, 1938 Öl auf Leinwand, 57,00 x 118,00 cm Felix-Nussbaum-Haus Osnabrück, Geschenk der Wilhelm Karmann Stiftung

Maritimes bei Nussbaum

Nicht nur an Land gezogene Boote aus Nussbaums Zeit in Italien, sondern auch Motive aus der Zeit in Ostende sind in der Schau zu sehen, so auch „Pier mit Poller (Krakenpoller)“, eine Gouache von 1935. Liegt da ein Seeungeheuer neben dem Poller, an dem die Segler vertäut wurden? Eine ganz eigenwillige Sicht auf das Maritime zeigt sich in „Mastenwald“. Ist da nicht auch Nussbaum selbst am Werk? Man sieht einen Mann in einem Geschirr an der Mastspitze vertäut, der mit einem Pinsel den Mast anzustreichen scheint.

Ensor oder was?

Man entdeckt im Werk Nussbaums auch die Welt von James Ensor, so in „Interieur mit Stillleben“. Es sind die Masken, die den Bogen zu Ensor schlagen, den viele dem Surrealismus zurechnen, obgleich er eine ganz eigene Bildsprache bevorzugte, die nichts mit den beiden bekannten belgischen Surrealisten Delvaux oder Magritte gemein hat. In „Masken und Katze“ scheint sich die gespaltene Existenz des Künstlers zu spiegeln. Die Malerpalette ist zu sehen, außerdem zwei Maskenmänner, von denen einer die erstarrte Katze in den Händen hält. Auch ein Geschirrtuch taucht als Motiv wieder auf. Das Clowneske entdecken wir in zwei Selbstbildnissen, in denen Nussbaum als Harlekin erscheint. Diesen Bildnissen sind zwei Porträts zur Seite gestellt, die den Künstler mit einer Kopfbinde zeigen.

Sehr bekannt ist das Gemälde, das Nussbaum, von Mauern umschlossen, mit dem Judenpass in der Hand zeigt. Seht her, ich bin es – das ist die eine Botschaft. Seht her, ich bin stigmatisiert, scheint die andere Botschaft zu lauten. „Ich bin gewohnt, durch Farbe und Form meine innersten Gefühle zum Ausdruck zu bringen“. Das ist ein O-Ton des Künstlers. Richtig, er zeigt uns Seelenzustände, nicht nur im oben genannten Bildnis, sondern auch in dem des trauernden Paares.

Am Ende des Rundgangs

Niedergang, Untergang, Zerstörung – diesen Themen widmet sich der letzte Teil der Sammlungspräsentation. Das letzte Liedchen spielt der „Orgelmann“ auf seinem Leierkasten, dessen Pfeifen aus Knochen bestehen. Die Stadt ringsum ist eine Trümmerlandschaft. Schwarze Fahnen hängen in Fetzen an den Fassaden. Säulen sind gebrochen, Fenster sind glaslos. Aus dem aufgebrochenen Pflaster ragt ein skelettierter Arm. „Triumph des Todes“ gleicht den mittelalterlichen Darstellungen des Totentanzes. Der eine Gevatter Tod spielt Flöte und ein weiterer die Trompete, derweil am Himmel lachende Drachen im Wind taumeln. Ein dritter Gevatter Tod schlägt auf die Pauke und ein vierter auf die Trommel. Die Errungenschaft der Zivilisation liegt zerstört am Boden, eine Waage ebenso wie ein Lineal, ein Telefon ebenso wie ein Notenblatt, ein deformiertes Rad, Pinsel und Filmrollen, Zirkel und ein antiker Torso, ganz abgesehen, von einem verbeulten Auto im Hintergrund. Fotos und Text © ferdinand dupuis-panther

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Triumph des Todes (Die Gerippe spielen zum Tanz), 1944 Öl auf Leinwand, 100,00 x 150,00 cm Felix-Nussbaum-Haus Osnabrück, Leihgabe der Niedersächsischen Sparkassenstiftung

 

Die abgebildeten Werke sind im Eigentum des FNH, der Felix Nussbaum Foundation, der Niedersächsischen Sparkassenstiftung und privater Sammlungen. Wenn nicht anders angegeben, stammen die Fotos von ferdinand dupuis-panther

Das Werkverzeichnis Felix Nussbaum findet sich hier:
www.osnabrueck.de/werkverzeichnis/archiv.php?lang=de&

 

Danse Macabre. Tanz und Tod in der Kunst des frühen 20. Jahrhunderts
12. Februar bis zum 25. Juni 2017

Im Zentrum der Ausstellung "Danse Macabre. Tanz und Tod in der Kunst des frühen 20. Jahrhunderts" stehen Ernst Ludwig Kirchners Gemälde Totentanz der Mary Wigman aus dem Jahr 1926 und Felix Nussbaums Triumph des Todes (Die Gerippe spielen zum Tanz) von 1944. Die Erfahrungen und die zerstörerische Brutalität des Ersten Weltkriegs schlugen sich vielfach in künstlerischer Auseinandersetzung nieder und ließen den Tod in Bildender Kunst, Musik, Literatur und modernem Tanz seit Beginn des Jahrhunderts allgegenwärtig werden. Die facettenreichen Präsentation lässt diese bewegte Ära zwischen den Weltkriegen wieder aufleben. Sie stellt unterschiedliche Verknüpfungen des Themas vor, die von einer metaphorisch verdichteten Vorstellung des Todes bis zu politisch-zeitkritischen Interpretationen reichen. "Die Gräber öffnen sich und geben ihre Toten frei" – Mit diesen Worten beschrieb die berühmte Protagonistin des Ausdruckstanzes Mary Wigman ihr Tanzstück Totentanz II aus dem Jahr 1926. Der Maler Ernst Ludwig Kirchner wohnte den Proben der Mary Wigman in Dresden bei und schuf neben zahlreichen Skizzen das herausragende Gemälde Totentanz der Mary Wigman, das auf eindrückliche Weise die enge Verbindung von modernem Tanz und expressionistischer Malerei beleuchtet.

 

Felix-Nussbaum-Haus Osnabrück mit der Sammlung der Niedersächsischen Sparkassenstiftung
Lotter Straße 2 49078 Osnabrück
Tel. 0541.323-2207 Fax 0541.323-2739
http://www.osnabrueck.de/fnh/start-fnh.html

 


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