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Ausstellungsorte in Oslo Oslo Museum / Astrup Fearnley Museum / Nationales Architekturmuseum / Henie Onstad Kunstsenter

Oslo
Nationales Architekturmuseum

A Place To Be bis 10. Nov. 2017

A Place To Be

Die Schau zeigt anhand ausgewählter Beispiele herausragende norwegische Architektur der Gegenwart. Dabei sind es vor allem sogenannte Solitäre, die für Furore sorgen, so auch das Opernhaus Oslo, aber auch das Internationale Zentrum für Felshöhlenkunst oder das Andresen-Haus, um nur einige vorweg zu nennen.

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Pfelder in cooperation with Tenthaus, The Isle, Bjørvika, Oslo, completed 2013

Wie kann man Architektur erfahrbar machen? Das ist die übergeordnete Fragestellung der Ausstellung. Es geht dabei im Kern nicht allein um Konzepte der Stadttransformation, nicht nur um Konversionsflächen, nicht so sehr um Bauausstellungen und Stadterhaltung, sondern um einzelne Beispiele architektonischer Lösungen zu Themen wie „Behausung“, „Unterschlupf“, „Freizeit“ und „Transformation“.

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Eriksen Skajaa Arkitekter, Hauskvartalet, preliminary project,
developed 2013–2016

Präsentiert werden Modelle herausragender norwegischer Architekten, unter die sich mit Peter Zumthor auch ein Schweizer gemischt hat. Doch ihm ist der Entwurf des Zinkminenmuseums in Sauda zu verdanken, dessen Gebäude, das Café und das Museum, gleichsam wie Schwalbennester an der Felswand klebten und sich dabei harmonisch in die Landschaft einpassen. Es ist zugleich ein Ankerpunkt der touristischen Route, die durch die Region Ryfylke verläuft und als touristischer Anlaufpunkt gedacht ist. Dabei ist der Grundgedanke, dass die Erinnerung an einen wichtigen Teil der norwegischen Industriegeschichte des 19. Jahrhunderts wachgehalten wird.

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Peter Zumthor, Allmannajuvet Zinc Mine Museum, Sauda,
completed 2016

Während dieser architektonische Wurf dem Thema „Freizeit“ gewidmet ist, wird mit Vindheim Cabin das Thema „Behausung“ behandelt. In 2016 wurde das Projekt in Lillehammer realisiert und nimmt sich Formen traditioneller Hütten in norwegischen Skigebieten zum Vorbild. Das Hausaufmaß ist mit 55 qm sehr bescheiden, so wie die Hütten in den Hügeln rund um Lillehammer eben auch keine Luxusbleiben, sondern eher spartanisch angelegt sind. Betrachtet man den Längsschnitt durch die Hütte, so kann man sehen, dass zwei Dreiecke unterschiedlicher Neigung miteinander verbunden wurden. In Andelsnes entstand 2016 das Norwegische Bergsteigerzentrum, gedacht für jene, die sich fürs Klettern und Bergwandern in Romsdal begeistern können. Der Komplex ist in Aluminiumpaneele gehüllt, was je nach Lichtverhältnissen einen besonderen optischen Eindruck der geometrischen Baukörper ergibt.

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Lund Hagem Arkitekter, Knapphullet, Sandefjord, completed 2014

Mit dem Projekt „Hausquartier“ haben sich Architekten befasst, die eine Lösung für ein Osloer Wohngebiet und das dortige Kulturzentrum vorgeschlagen haben. Dabei stand Nachhaltigkeit besonders im Fokus. Herausgekommen ist auch ein ökologisches Hausprojekt für einen der beiden Blocks, die zu beplanen waren.

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Vardehaugen Architects. Vindheim Cabin, Lillehammer,
completed 2016

Zu sehen ist auch die Idee für den Bau eines Hotels und Künstlerstudios auf Fogo, einer neufundländischen Insel in Atlantic Canada. Vollendet wurde der Entwurf von Saunders Architecture (Bergen) im Jahr 2013. Fogo ist eigentlich eine kleine Gemeinschaft von Fischern, deren ökonomisches Überleben kaum gesichert ist. So kam die Idee auf, die Insel zu einem Begegnungsort für ausländische Besucher und Künstler zu machen. Dabei passen sich die niedrigen teilweise dreieckigen und lang gestreckt rechteckigen Bauten sehr gut in die Landschaft ein.

Längs des Flusses Aker erstreckte sich einst der Industriegürtel der norwegischen Hauptstadt, gab es Maschinenfabriken und zahlreiche Mühlen. Mit dem Projekt Vulkan begann 2004 ein Umgestaltungsprojekt dieser Industrieflächen. Unter anderem ist heute hier auch die Kunsthochschule Oslos zu finden und in einem anderen Teil das Museum der Arbeit, das nur sonntags geöffnet hat und Einblicke in das einstige Leben der Arbeiter links und rechts der Aker ermöglicht.

Während man zum Beispiel in Berlin und anderswo in Deutschland angesichts der Wohnungsnot über Miniwohnungen und Minihäuser von maximal 8 qm nachdenkt, scheint das auch in Norwegen der Fall zu sein, wie einige vorgestellte Beispiele zeigen. Vor der Kulisse der Barcode-Hochhäuser ankerte auf Zeit eine von Pfelder entworfene schwimmende Hütte, die ausschließlich aus Holzabfällen konstruiert war. Weitere Beispiele zum Thema Unterschlupf sind die Storhaugen-Scheune in Myrkdalen und das Projekt „Hut-to-Hut“ in Indien, die beide ebenfalls in der Ausstellung vorgestellt werden.

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Reiulf Ramstad Arkitekter, Norwegian Mountaineering Centre, Åndalsnes, Møre og Romsdal, completed: 2016

Gut gelungen ist die Besucherinformation in Englisch, mit deren Hilfe man seinen Weg durch die Ausstellung spielend finden kann. Was aus meiner Sicht als Ergänzung dieser temporären Präsentation wünschenswert wäre, ist die Beschäftigung mit den zahlreichen aktuellen Bauprojekte in Oslo, ob Aker Bryggen, Tjuvholmen oder Bjørvika mit dem Barcode-Häusern. © Text ferdinand dupuis-panther

Nationales Architekturmuseum
Bankplassen3
Oslo
http://www.nasjonalmuseet.no/en/


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