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Text und Fotos: Helga Schnehagen

 

„Pückler industriös“ - Sonderausstellung im Branitzer Park in Cottbus vom 28. April bis 31. Oktober 2021

Es ist schon ein gewaltiger Spagat die industrielle Revolution zu feiern und gleichzeitig ihren Abgesang in eine ungewisse Zukunft hoffnungsvoll zu zelebrieren. Brandenburg wagt den Versuch: Mit über 40 über das Land verteilten Projekten spürt es dem Strukturwandel im Rahmen seines Jahresthemas „Zukunft der Vergangenheit – Industriekultur in Bewegung“ aus unterschiedlichen Perspektiven nach – nostalgisch wie innovativ. Alle Ausstellungen zum Themenjahr www.kulturland-brandenburg.de

Karikatur zur Dampfmaschine: Walking by steam, riding by steam, flying by steam, um 1827, des britischen Künstlers Shortshanks (alias Robert Seymour) aus Fürst Pücklers Erinnerungsbilder

Die Zukunft setzt dabei auf den Erfindungsgeist des Menschen. Der sowohl vielseitig interessierte, als auch visionäre Fürst Pückler (gestorben 1871 auf Schloss Branitz) fungiert dazu als Leitfigur. Die sehenswerte Ausstellung „Pückler industriös“ im Marstall vom Branitzer Park verbindet die persönliche Anteilnahme des genialen Parkarchitekten am technischen Fortschritt mit einem allgemeinen Rückblick auf die Blüte der Industrialisierung.

Die wohlhabendste und fortschrittlichste Nation Europas war im 18. und 19 Jahrhundert dank seiner raschen Industrialisierung England. Nach englischem Vorbild sollte auch Preußen aufsteigen. Zwar war hier in Pücklers Geburtsjahr 1785 die erste Dampfmaschine in Betrieb genommen worden, aber es dauerte noch einige Jahrzehnte bis die Industrialisierung an Fahrt gewann und den Agrarstaat wandelte. Nach Napoleons Sieg und Preußens Zusammenbruch 1806 trugen vor allem die Stein-Hardenbergschen Reformen bis 1815 dazu bei. Anders als in England war es dann nicht die Textilindustrie, sondern Montanindustrie und Eisenbahnbau, die die Entwicklung vorantrieben.

Weltausstellung London 1851

Die ersten Weltausstellungen 1851 in London und 1855 in Paris bildeten den Auftakt zu einer internationalen Ausstellungsbewegung, die bis in das 20. Jahrhundert das technische und industrielle Selbstverständnis der modernen Zivilisation widerspiegeln sollte. Pückler gehörte zu ihren mehrere Millionen Besuchern. Schon in London stellte er fest: „Übrigens bemerkte ich im Allgemeinen, daß in demselben Grade wie wir auf dem Kontinent in Luxus und Komfort seit Napoléons Sturz gestiegen sind, England zurückgegangen ist.“

Karikatur zur Dampfmaschine: Explosion eines dampfbetriebenes Vehikels, um 1827, des britischen Künstlers Shortshanks (alias Robert Seymour) aus Fürst Pücklers Erinnerungsbilder

Im Mittelpunkt stand der „göttliche Dampf“. Auch Pückler träumte von einer Dampfmaschine, die Fontänen in Branitz sprudeln ließen. Allein ihm fehlte das Geld. Dafür studierte er aufwendig bebilderte Kataloge, die im Zuge der neuen Massenproduktion erstmals erschienenen. Eifrig bestellte er deren Produkte und ließ sie sich schicken. Neuere Techniken wie Eisenkunstguss, Zinkguss und Terrakottafabrikation ermöglichten die preiswerte Produktion von Möbeln und Kopien bekannter Skulpturen und Reliefs in großer Zahl. Im Alter jedoch ahnte er bereits, „ … daß der Natur unsere Civilisation, besonders die jetzige industrielle, schauderhaft zuwider sein mag.“

 

Reisemagazin schwarzaufweiss

 

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