Unterwegs in Ostwestfalen-Lippe

Text und Fotos: Ferdinand Dupuis-Panther

 

Hamm Maxipark: Was blüht denn da?

Was blüht denn da, im Maximilianpark in Hamm?

Im Gegensatz zum Münsterland ist die Region Ostwestfalen-Lippe nicht so richtig bekannt. Doch das sagt gar nichts über interessante Ziele für verschiedene Städtetouren in diesem Teil von Nordrhein-Westfalen aus. Da wäre Bielefeld, das es gibt, auch wenn der Running Gag davon spricht, dass es Bielefeld nicht gibt. Die Stadt liegt an den Ausläufern des Teutoburger Waldes, durch den der Hermannsweg von Rheine aus bis ins Eggegebirge verläuft. Auf dem Höhenzug thront weithin sichtbar die Sparrenburg. Bielefeld ist zudem mit dem Namen von Oetker verbunden, so wie das nahe Gütersloh mit den Namen Bertelsmann und Miele. Sehenswerte Innenstädte haben beide. Dabei besticht Gütersloh mit Fachwerkarchitektur, während man in Bielefeld die architektonischen Juwelen schon suchen muss. Beide Städte laden überdies mit Botanischen Gärten zum Besuch ein. Bielefeld zeigt sich mit der Kunsthalle, dem Kunstforum Hermann Stenner und dem Skulpturenpark an der Kunsthalle sehr kunstsinnig. Zur Region Ostwestfalen gehört außerdem die ehemalige Residenzstadt Detmold. Vor ihren Toren erstreckt sich ein sehr sehenswertes Freilichtmuseum, das sich vor allem dank vielfältiger Hof- und Dorfanlagen dem westfälischen Landleben widmet. Hamm im südlichen Ostwestfalen und an der Lippe gelegen, ist für die erste Landesgartenschau in NRW im Jahr 1984 bekannt.

Bad Oeynhausen Badehaus I im Kurpark

Badehaus I im Kurpark von Bad Oeynhausen

Bis heute ist der Maximilianpark in Hamm-Uentrop ein Anziehungspunkt für Gartenfreunde und für Familien, die das abwechslungsreiche Spielplatzangebot des Parks sehr schätzen. Weitere Garten- und Parkanlagen, die für Landesgartenschauen angelegt wurden, finden wir in Rietberg und in Oelde. Mit dem expressionistischen Maler Peter August Böckstiegel ist das ehemalige Ackerbürgerstädtchen Werther vor den Toren Bielefelds eng verknüpft. Zudem nahm von hier der Erfolg des Süßigkeitenfabrikanten Storck seinen Anfang. Schließlich führt auch die Westfälische Salzroute durch Ostwestfalen, nämlich von Unna über Soest und Bad Sassendorf nach Salzkotten. Bad Sassendorf verdankt der Sole im übrigen den Status als Bad, und das bis heute. Im dortigen Museum Salzwelten erhält man einen umfassenden Überblick über die Geschichte der Salinen und die dieses Moor- und Sole-Heilbads. Mondän ist die Stadt jedoch keineswegs, ganz im Gegensatz zu Bad Oeynhausen. Hier kann man sich dank der neobarocken und klassizistischen Architektur einen Eindruck davon verschaffen, wie die Stadt einst als Heilbad ihre wirtschaftliche Blüte erlebte, was sich auch in hochherrschaftlicher Architektur des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts niederschlug.

Bad Sassendorf - Im Museum Salzwelten - Salz

Salz im Museum Salzwelten in Bad Sasendorf

Am Hellweg, einer alten Handelsstraße, liegt die einstige Hansestadt Soest. Hier wurde im Mittelalter Salz gesiedet, dass dann als Handelsgut gen Norden unterwegs war. Besonders eindrucksvoll ist die Stadtbefestigung von Soest, die im 12. Jahrhundert errichtet wurde und bis heute noch zu drei Vierteln vorhanden ist. Zu den Sehenswürdigkeiten zählen nicht nur der sogenannte Burghof, das älteste Gasthaus in Westfalen, das Pilgrim-Haus, und das Fachwerkhaus „Der wilde Mann“, sondern auch Kirchbauten wie St. Petri und der Dom. Bekannt ist die Stadt für das Bürgerschützenfest am ersten Samstag nach Johanni (24. Juni). Neben dem Aufzug der Schützenbrüder und -schwestern ist das sogenannte Wippen im großen Teich das Ereignis schlechthin. Dabei werden in Anlehnung an mittelalterliche Rechtsprechung – heute mehr ein Spektakel für Besucher von nah und fern – Soester Bürger, die einer Straftat minderen Ausmaßes überführt wurden mittels Wippe ins Wasser des großen Teiches getaucht. In einer Inszenierung mit mehr als 1000 Mitwirkenden wird alle zwei Jahre an die sogenannte Soester Fehde erinnert. Bettler, Gaukler, Tunichtgute, Marketenderinnen, Wächter, Soldaten, Bürgersleute, Händler, Musikanten, Hexen und Scharfrichter , Mönche, Nonnen und Stiftsdamen… sind dann Teil eines Spektakels, zu dem auch der Einzug des Herzogs und Erzbischofs von Köln gehört. Mit diesem Ereignis erinnert man in Soest an den Konflikt mit dem Erzbischof von Köln aus dem Jahr 1444.

Die historische Fachwerkstadt Höxter liegt ganz im Osten von Ostwestfalen und zugleich am Weser-Radweg, der von Hann. Münden bis nach Bremen führt. Vor den Toren Höxters stößt man auf das Weltkulturerbe Kloster Corvey. Dieses Benediktinerkloster blickt auf eine 1200-jährige Geschichte zurück. Im nahe gelegenen Bad Driburg am Rande des Eggegebirges lädt der Gräfliche Park mit den ihn umschließenden Bade- und Logierhäusern zum Besuch ein. Im Flusstal der Nethe liegen Dorf und Schloss Rheder, ein Ziel für einen Tagesausflug von Höxter aus. Anziehungspunkt ist nicht nur die Schlossanlage derer von Mengersen, sondern auch der Landschaftspark, in dem man auf die im Vergehen begriffene „Naturkunst“ von Jenny Holzer trifft. Übrigens, wer ein schmackhaftes Hopfengetränk mag, der erkundige sich mal, was die Gräflich von Mengersen’sche Dampfbrauerei in ihren Braukesseln so braut.

In Büren erhebt sich auf einem Bergsporn die Wewelsburg. Diese Burganlage ist die einzige Dreiecksburganlage in Deutschland. Zwischen 1603 und 1609 wurde sie im Stil der Weserrenaissance für die Paderborner Fürstbischöfe errichtet. Hier wird unter anderem an die Zeit erinnert, als die Burg Versammlungsstätte der SS war. Dazu dient die Erinnerungs- und Gedenkstätte Wewelsburg 1933 – 1945, die die lokalen Tätigkeiten der Schutzstaffel (SS) in der Wewelsburg wie auch die allgemeine Geschichte der Schutzstaffel der NSDAP beleuchtet. Darüberhinaus ist auch das Museum des Hochstifts Paderborn in der Wewelsburg untergebracht.

Schließlich sei nachdrücklich noch auf Paderborn hingewiesen, ein Bischofssitz mit einem mächtigen Dom. Doch die Stadt besitzt noch zahlreiche andere sehenswerte Kirchen wie die Michealis- und die Jesuitenkirche innerhalb ihrer Stadtmauern, die bis heute teilweise noch erhalten sind. Auch eine Kaiserpfalz gehört zu den Sehenswürdigkeiten der Stadt. In der Stadtmitte entspringt der kürzeste deutsche Fluss, die Pader. Vor den Toren Paderborns stoßen wir auf Schloss Neuhaus, eines der bedeutenden Renaissance-Wasserschlösser Westfalens.

 

Artikel Ostwestfalen-Lippe im Überblick:

Bad Sassendorf. Auf den Salzspuren durch die Stadt

Bad Oeynhausen. Kurpark, Aqua Magica und …

Ein Besuch im Maximilianpark von Hamm. Gläserner Elefant, Färbergarten und Heckenlabyrinth

Werther. Nicht nur auf den Spuren von Peter August Böckstiegel unterwegs

Detmold. Eine Rose, Hermanns Schuh und viel Fachwerk

Rietberg – mehr als nur Gartenschau?

 

Reisemagazin schwarzaufweiss

 

Suchen bei schwarzaufweiss


Reiseveranstalter Deutschland bei schwarzaufweiss

 

Reiseführer Berlin

Wer heute ein wenig Berliner Luft schnuppern möchte, den laden wir zu einer Reise an Spree und Havel ein. Eine prima Gelegenheit, sich wesentliche Teile der Stadt an einem Tag anzuschauen, ist die Fahrt mit den Bussen 100 und/oder 200. Ausgehend vom Alexanderplatz kommt man unterwegs am Berliner Dom und der Museumsinsel vorbei, am Deutschen Historischen Museum, der Neuen Wache, dem Brandenburger Tor und dem Reichstag, an der „Schwangeren Auster“ und am Schloss Bellevue, dem Amtssitz des Bundespräsidenten.

Reiseführer Berlin

Mehr lesen ...

Werther

Vor den Toren Bielefelds und nicht weit vom Hermannsweg entfernt, der durch den Teutoburger Wald führt, liegt das westfälische Städtchen Werther. Bekanntester Sohn der Stadt ist der expressionistische Maler Peter August Böckstiegel, der allerdings längst nicht so bekannt ist wie die Mitglieder der Künstlervereinigung „Die Brücke“, aber dennoch als Teil der klassischen Moderne anzusehen ist.

werther

Mehr lesen ...

Auf den Salzspuren durch Bad Sassendorf

Was haben Unna, Werl, Soest, Bad Sassendorf, Bad Westernkotten und Salzkotten gemeinsam? Diese Städte liegen alle an der Westfälischen Salzroute, die man bequem mit dem Rad erkunden kann. Nicht von Anfang an waren die genannten Orte für ihre Sole- und Moorbäder bekannt wie Bad Westernkotten, sondern für das Sieden von Salz und den Salzhandel.

Bad Sassendorf

Mehr lesen ...

Bad Oeynhausen - Kurpark, Aqua Magica und ...

Bad Oeynhausen ist nicht nur ein Kurort und bekannt für entsprechende Rehabilitationseinrichtungen, sondern auch ein Staatsbad mit einem ausladenden Kurpark. In diesem befinden sich die Wandelhalle, das Badehaus I sowie II, das Kaiserpalais, das Theater im Park und das Haus des Gastes.

Bad Oeynhausen

Mehr lesen ...

Ein Besuch im Maximilianpark von Hamm

Nicht jedes Industriedenkmal kann zu einem Industriemuseum umgestaltet werden. Auch andere Formen der Konversion sind notwendig und sinnvoll. Das war auch beim Maximilianpark in Hamm der Fall. An die Zeit der Kohleförderung am Rande von Hamm erinnern einzelne Relikte. Ansonsten ist auf dem Zechengelände im Rahmen der Landesgartenschau 1984 eine Gartenlandschaft entstanden, in der auch an die interessante Gestaltung von Spielplätzen gedacht wurde.

Hamm Maximilianpark

Mehr lesen ...