Ausstellung:
Verführung Licht

Genuss, Illusionen, Spekulationen und philosophische Gedanken in Schwerin

Text: Helga Schnehagen

Banal gesagt suchen die Menschen weltweit immer noch das Licht am Ende des Tunnels in der Corona-Pandemie. Ganz und gar nicht banal feiert das Staatliche Museum Schwerin noch bis zum 3. Oktober 2021 mit der großen Ausstellung “Verführung Licht. Medienkunst im Dialog mit Natur und Gesellschaft” das begehrte Leuchten. In Zeiten der Kontaktbeschränkungen ist Phantasie gefragt, um dem Leben genug Impuls zu geben. Die Schweriner Ausstellung kann dabei inspirierend wirken und darüber hinaus zu philosophischen Betrachtungen anregen: Licht als Metapher für Erkenntnis.

Martin Walde, Hallucigenia OMEN, 2013, Foto G. Broecker, © VG Bild-Kunst, Bonn 2021

Martin Walde, Hallucigenia OMEN, 2013, Foto G. Broecker, © VG Bild-Kunst, Bonn 2021

Licht ist überall, aber man muss es auch sichtbar machen. 21 sehr unterschiedliche Installationen zeigen, was da so möglich ist. Sie überraschen mit neuartigen visuellen Erlebnissen und sinnlicher Verführung. Das Spektrum der vorgestellten künstlerischen Ideen der 15 Künstler und Künstlerinnen aus dem In- und Ausland sowie aus Mecklenburg-Vorpommern umfasst Rauminstallationen, Neon- und Videoarbeiten, Objekte und Lichtboxen.

Ein Höhepunkt ist die begehbare Installation „Drawing in Space – Dialogue“ der in Seoul geborenen und heute in Berlin lebenden Künstlerin Jeongmoon Choi, die mit schwebenden, farbig in der Dunkelheit leuchtenden Linien in eine virtuell anmutende Welt entführt.

Für den Umgang mit Natur auf besondere Weise sensibilisiert das österreichisch-französische Künstler-Duo Christa Sommerer und Laurent Mignonneau. Ihre Arbeit „Interactive Plant Growing“ ist an der Schnittstelle von Kunst, Naturwissenschaft und Technologie zu verorten. Die Frage, wie die unmittelbare Interaktion zwischen Betrachter, Pflanzenwelt und Projektion funktioniert, wird den Besucher noch lange beschäftigen. Eine ebenso intensive Suggestionskraft übt „Flowers No 7“ von Hiroyuki Masuyama aus.

Die Tradition der Hinterglasmalerei wird von Klaus Walter, Berlin, aufgegriffen und in die heutige Zeit transferiert. Die Lichtobjekte der österreichischen Künstlerin Brigitte Kowanz verbinden den Genuss der Betrachtung mit der Reflexion weltverändernder Ereignisse, wie „Arab Spring“ oder „Fall of the Wall“. „EGO“, eine interaktive Arbeit des in Wien lebenden Klaus Obermaier wird durch die Bewegung des Betrachters zum Leben erweckt.

Auch die Sammlung der Alten Meister ist Teil der Ausstellung. Gelbe Punkte auf etlichen Gemälden machen auf die Vielfalt im Umgang mit dem Licht in der Niederländischen Malerei des 17. Jahrhunderts aufmerksam.

Mit Ende der Ausstellung schließt das Staatliche Museum Schwerin bis voraussichtlich Herbst 2024 seine Türen. Für insgesamt 6,25 Mio. Euro soll das Galeriegebäude umfassend modernisiert werden, was eine Spendenzusage der Dorit & Alexander Otto Stiftung über 5 Mio. Euro ermöglicht. Dabei handelt es sich um eine Sachspende in Form der erforderlichen Bau- und Planungsleistungen. In gleicher Weise hatte Alexander Ottos Immobilienunternehmen ECE bereits 2015/2016 durch eine Sachspende von 15 Mio. Euro die Sanierung und Modernisierung der Hamburger Kunsthalle gewährleistet.

Parallel zu den Lichtinstallationen im Museum feiert Schwerins Doms in der Ausstellung „Herzen-Werkstatt“ mit 25 künstlerischen Arbeiten, die sich mit dem weltlichen und geistlichen Sinnbild des menschlichen Herzens beschäftigen, bis zum 17. Oktober sein 850-jähriges Bestehen.

Infos: www.museum-schwerin.de

 

 

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