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Künstlerhaus Riehen

Claire Ochsner – Fabelwesen im Künstlerhaus Riehen bis 25.9.2022

Die Kunst von Claire Ochsner ist ohne leuchtende Farben und schwungvolle Bewegungen nicht denkbar. Teilweise scheinen ihre Fabelwesen der Schwerkraft zu widersprechen, sich dem Newtonschen Prinzip zu entziehen. Sie erscheinen losgelöst und beinahe in der Schwerelosigkeit zu tanzen.

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Künstlerhaus Riehen in Basel-Riehen


Es sind Skulpturen, die in ihrer Farbigkeit den Nanas und anderen skulpturalen Arbeiten von Niki de St Phalle in nichts nachstehen. Doch ansonsten verbindet die beiden Künstlerinnen nichts, denn Ochsner verwendet im Gegensatz zu Niki keinen farbigen Glasbruch. Metall, Alublech, Polyester und Autolack – das sind die „Ingredienzien“ für Ochsners Fabelwesen. Nikis Nanas gehorchen dem Prinzip „curvy model“, wie man neuerdings das Dralle, Umfängliche, Dicke umschreibt. Ochsners Wesen jedoch sind geradezu grazil, haben aber dennoch Volumina. Kleine und große Skulpturen finden wir nicht nur im Künstlerhaus selbst, sondern auch im Garten, rund um ein Wasserbassin und im Gartenhaus.

 

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Garteninstallationen der Fabelwesen von Clare Ochsner


Das Künstlerhaus liegt im Zentrum von Riehen, vis-à-vis der Fondation Beyeler, und ist hervorragend mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen. (Tram 6). Also, warum den Besuch in Riehen nicht nur für die Fondation Beyeler, sondern auch für das Künstlerhaus nutzen? Im Künstlerhaus gibt es zudem ein kleines Café, das längst nicht so überlaufen ist wie die Gastronomie im Park der Fondation Beyeler. Beim Besuch der Präsentation im Künstlerhaus und im Garten fühlt man sich bisweilen in einer Märchenwelt, auch wenn man auf eine durchaus geordnete Gartenarchitektur mit Hecken und Wegen stößt. Verwunschen ist vielleicht der treffende Begriff, um die Welt von Ochsners Skulpturen zu umschreiben.

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C. Ochsner Frau in Schwung


Ein exotischer Fisch in tiefem Blau hat das Wasser verlassen und wartet am Bassin auf das, was da kommen mag. In seiner Begleitung befindet sich ein feuerroter exotischer Vogel, der an einen Papageien, vielleicht an einen Roten Ara erinnert, der aus der Voliere des Zoos ausgebrochen ist und das Leben in Freiheit geniest. Umgeben von Farnen hat der gelb-rote Schwalbenschwanz seinen Platz. Doch an einen Schmetterling gleichen Namens erinnert die Skulptur nur sehr entfernt. Der Begriff Harlekin könnte ebenso auf die geschwungene Skulptur Anwendung finden wie Akrobat Schön.

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C. Ochsner: Florita Grande


Sehen wir da nicht zwei gelenkige Bodenakrobaten in gelb-rot-grünen Kostümen? Dabei balanciert der eine im Kopfstand auf dem Unterschenkel des anderen. Ein Grashüpfer in Grün und Gelb umarmt einen grünen Stängel. Er balanciert geschickt auf einem Bein, und man meint, er würde im nächsten Moment einen Luftsprung ausführen. „Spielerei mit rotem Mond“ nennt sich eine weitere Arbeit. Die rote Mondsichel ist gut auszumachen. Wieso tanzen da eine blaue Sichel und eine rot-gelbe Spirale auf der Mondsichel? Na ja, Spielereien halt, wie der Titel es schon besagt.

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C.Ochsner: Grashüpfer


Vor einem Busch roter Rosen hat „Spivo“ einen Platz gefunden. Wie ein gespreizter Federkamm eines Kakadus sieht das aus, was wir sehen. Man kann aber auch an sich aufrollende bunte Farnwedel denken, betrachtet man das Objekt. Eine Frau in Schwung ist ebenso unter den Skulpturen zu finden wie eine Vogelschaukel, die eher an das Zusammentreffen von Kakadus erinnert, die allerdings in ihrer Farbenpracht in keinem Ornithologiehandbuch zu finden sind.

 

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Installatrionen der Fabelwesen wie exotischer Fisch und exotischer Vogel am Wasserbassin vor dem Gartenhaus des Künstlerhause


Übrigens, wer oder was Moukoko ist, wird nur beim Besuch des Skulpturengartens enträtselt. Also, hingehen, schauen und sich in die Märchenwelt der Claire Ochsner mitnehmen lassen. Weitere Arbeiten der Künstlerin findet man an ihrem Wohnort in Frenkendorf (Rüttigasse 7, 4402 Frenkendorf). 3000 qm umfasst der dortige Skulpturenpark. Dieser ist jeden Freitag von 16 – 18 Uhr und auf Anfrage an Wochentagen zu besuchen.

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C. Ochsner: Spivo


© text und fotos ferdinand dupuis-panther Rechte an den Kunstwerken bei C.Ochsner


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C. Ochsner: Spielerei mit rotem Mond

 

 

 

 

 

Infos
http://www.claire-ochsner.ch
Tel +41 (0)61 901 86 13
info@claire-ochsner.ch


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