Ein Besuch im Maximilianpark von Hamm

Gläserner Elefant, Färbergarten und Heckenlabyrinth

Text und Fotos: Ferdinand Dupuis-Panther

 

Hamm Maxipark: Walfluke im Fontänenteich

Nicht jedes Industriedenkmal kann zu einem Industriemuseum umgestaltet werden. Auch andere Formen der Konversion sind notwendig und sinnvoll. Das war auch beim Maximilianpark in Hamm der Fall. An die Zeit der Kohleförderung am Rande von Hamm erinnern das Fördermaschinenhaus, die Elektrozentrale, die Kühlturmfundamente und die Schachtanlage in der Nähe des Haupteingangs. Ansonsten ist auf dem Zechengelände im Rahmen der Landesgartenschau 1984 eine Gartenlandschaft entstanden, in der auch an die interessante Gestaltung von Spielplätzen gedacht wurde.

Hamm Maxipark: Die Kinderwaschanlage

Die Kinderwaschanlage

Eine sogenannte Kinderwaschstraße in der Nachbarschaft zum Gläsernen Elefanten, der Dschungelspielplatz, ein Wasserfontänenfeld und eine Röhrenrutsche sind nur einige der Anziehungspunkte für Familien mit Kindern.

Hamm Maxipark Duftgarten mit Salbei

Salbei im Duftgarten

Für Liebhaber von Gärten und Parks lädt der Maximilianpark mit seiner vielfältigen gärtnerischen Gestaltung zum Besuch ein. Umrahmt von Thujahecken duften Kamille und Lavendel im Duftgarten. Hier ist das Anfassen der Pflanzen auch erlaubt, um die Aromen der diversen Pflanzen zu erleben. Ohne das Reiben an den Blättern von Salbei gibt es halt kein Dufterlebnis. Und auch die Mexikonessel verströmt einen intensiven Duft. Nahebei stoßen wir auf eine im Pflaster eingelassene runde Metalplatte, die an die Zeche Maximilian Schacht 2 erinnert. Abgeteuft wurde dieser Schacht im Jahr 1902. Ohne die aus der Oberpfalz stammende Eisenwerk Gesellschaft Maximilianshütte wäre dieses Unterfangen niemals begonnen worden. 1907 erst wurde die erste Kohle aus mehr als 600 Meter Tiefe gefördert. Wassereinbrüche und auch ein Grubenunglück waren in den weiteren Jahren Teil der Zechenchronik. 1978 war die Laufzeit des Schachts erreicht, der Schacht war ausgekohlt, sodass er aufgegeben werden musste und dann nachfolgend verfüllt wurde. An die Zeit des Bergbaus erinnert nicht nur der auf einer Lore stehende Bergmann, sondern auch eine Lore mit rostigem Schrott und ein Berg aufgeschütteter Kohle als Teil von Kunst im Park.

Hamm Maxipark: Erinnerung an die Zeche Maximilian

Erinnerung an die Zeche Maximilian

Nach der Aufgabe des Bergbaus entwickelte sich auf dem heutigen Parkgelände sogenannte Industrienatur, die teilweise bis heute im südlichen Parkteil existiert. Nicht nur dieses Erbe wurde erhalten, sondern wie oben schon angedeutet auch einige Zechengebäude. Am markantesten ist dabei der Gläserne Elefant, mit dem das Kohlewäschegebäude umgestaltet wurde. Übrigens in unmittelbarer Nachbarschaft zum „Zechen-Denkmal“ hat sich Jochen Winkler mit einer unbetitelten Cortenstahl-Skulptur verewigt, die einer afrikanischen Maske in einem Rahmen gleicht.

Hamm Maxipark: Der Glaselefant

Der Glaselefant

Gestufte Anlagen mit roten Geranien und Rosen sind gewiss ein Blickfang im Park. In einem Blütenmeer aus Violett und Feuerrot erhebt sich die Solar-Skulptur Nr. 1, die Teil des Energie-Kunst-Lehrpfades ist. 80 Watt erzeugen vier Solarmodule, die für die nächtliche Illumination der Skulptur sorgen. Leuchtend Rot ist die Blüte der Zinnie, die wir auf dem weiteren Weg entdecken. Zartviolett sind hingegen die Blüten des Patagonischen Eisenkrauts, das zahlreiche Insekten anlockt. Am Rande einer Wiesenfläche, die sich einen leichten Hang hinauf erstreckt, sehen wir eine Edelstahlskulptur namens „Kosmischer Kreis“, entworfen von Erich Lütkenhaus. Gesäumt wird die Rasenfläche von Staudenpflanzen, darunter auch die Köcherblume. Hier und da stehen dicht an dicht Rosenstöcke. Ränder von Blumenbeeten wurden teilweise mit Süßkartoffeln bepflanzt, deren Blattwerk in einen hellen Aubergineton getaucht ist.

Hamm Maxipark: Kunst von Otmar Alt

Kunst von Otmar Alt

Niki de St Phalle oder doch Otmar Alt fragt man sich beim Anblick einer quietschbunten Skulptur vor der Maximilianhalle. Da es sich bei dem bunten Fantasiewesen nicht um eine dralle Nana handelt, liegt die Urheberschaft wohl bei Otmar Alt. Ihm ist die sogenannte „Kleine Zauberblume“ zu verdanken, die durchaus anthropomorphe Ausformungen aufweist. An die Städtepartnerschaft zwischen Hamm und Bradford erinnert ein spezielles Staudenbeet. Unweit davon stehen eine der zu mietenden Grillhütten und eine weitere Solar-Skulptur namens „Florale Assoziationen“. Dass es im Park nicht immer nur blühen muss, unterstreichen die zahlreichen Gräser mit unterschiedlichen Grünnuancen, so auch Bärenfell-Schwingel. Und mittendrin findet sich eine weitere Skulptur. Manfred Jockheck hat sich diesen riesigen blauen Wassertropfen ausgedacht. Ganz andere Kunst stellt inmitten einer Steinanlage die dreiteilige, abstrakte Eisenskulptur von Manfred Billinger dar. Weiß blühende Yucca sieht man in den Beeten, die diese Skulptur umgeben. Gleichfalls in Cortenstahl ausgeführt wurde benachbart zu Billingers Schöpfung „Der Krieger“ von Michael Odenwaller, eine Figur mit stählernem Panzer und durchaus in figurativ-abstrakter Formensprache ausgeführt.

Hamm Maxipark: Yucca, Hortensien und ein Krieger

Yucca, Hortensien und ein Krieger

Nahe des Gläsernen Elefanten mit seinen prägnanten Stoßzähnen kann man sich in ein Heckenlabyrinth begeben und den Weg aus den verschlungenen Wegen suchen. Ein naher Spielplatz ist Anlaufpunkt für Kindergartengruppen und Eltern mit Kindern. Gerade bei sommerlichen Temperaturen verspricht die dortige Kinderwaschanlage Abkühlung.

Hamm Maxipark: das Heckenlabyrinth

Das Heckenlabyrinth

 

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